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"Software Projekte"  

Der Beruf färbt mitunter auch auf's Private ab ....

14.12.2012  Datenkonvertierungs-Projekt für Schützendatenbanken: Teil 1

Zwei Wochen vor dem geplanten Beginn der neuen Schießsaison 2012/2013 für zwei austragende Vereine, der Schützengesellschaft 1983 Oberlauterbach und den Sportschützen Niederlauterbach, wurde der komplette Schießstand auf eine Opto-elektronische Anlage von Meyton mit 10 Schützenständen inklusive SteuerPCs und 2 Arbeitsplatzrechnern zu Auswertezwecken umgerüstet.

Durch diesen Schritt wurde die seit Jahren gepflegte Schützendatenbank auf Basis des Schützenauswertesystems WM-Shot mit all seinen Wettbewerben, Disziplinen, Auswertungen, Treffern und den Jahresdatenbeständen schlagartig hinfällig und somit nicht mehr weiter nutzbar, da es keinerlei Kopplungsmöglichkeit zwischen den beiden Software-Systemen gab. Die einzige Möglichkeit bestand nun darin, alle Trefferdaten (Teiler und Serien) - so wie früher einmal - komplett manuell in das WM-Shot-Auswertesystem einzupflegen. Auch eine Umstellung auf die Software von Meyton schied aus, da diese die Auswerte-Bedarfe für unsere Vereinsschießen nach eigenem Bekunden überhaupt nicht abdecken kann.
Für uns alle war das ein absolut unbefriedigender Zustand. Erschwerend kam noch hinzu, dass an derselben Anlage zeitgleich zwei Vereine mit eingeständigen Wettbewerben und möglichst eigenständigen Datenbeständen unabhängig voneinander ihre Vereinsschießen und Rundenwettkämpfe etc. austragen können mussten.

Auf Nachfrage bei der Konrad-Software GmbH nach einer Kopplung an das Meyton System kam heraus, dass entsprechende Versuche bereits seit langere Zeit angegangen wurden, aber bisher leider ergebnislos geblieben sind, da man sich auf keine gemeinsame Schnittstellenbasis verständigen konnte.

   

Bild 1: Architektur- und Betriebskonzept

Also mußte was Eigenes her. Das Bestreben ging nun dahin, auf irgendeine Art und Weise die Trefferdaten jedes Schützen während einer Schießveranstaltung vom Meyton-System in das WM-Shot-System zu übertragen, sodass anschließend, wie gehabt, auf Knopfdruck eine komplette Ergebnisauswertung mit Kassenstandsbericht etc. herauspurzelt.
Zu diesem Zweck musste erst einmal das "Innenleben" der Meyton-Software systematisch analysiert werden. Anschließend galt es ein System-Betriebskonzept zu entwickeln, das ein Linux-basiertes Meyton-System und ein Windows-basiertes WM-System koppelt und das unseren beiden Vereinen den möglichst unabhängigen Betrieb mittels eigenen Bedienpersonals an zwei Arbeitsplatzrechnern gleichzeitig ermöglicht, und darüber hinaus eine Art Redundanzkonzept bietet, wie es für Liga-Wettkämpfe vorgeschrieben ist. Gleichzeitig sollten möglichst wenige Rechner zum Einsatz kommen, damit die Bedienung nicht unnötig erschwert wird und die Kosten im Rahmen bleiben. Hierfür ging naturgemäß die meiste Zeit drauf, da im Vorfeld zunächst einmal alle Betriebsfeinheiten des unbekannten Systems ausgelotet werden mussten, um somit letztendlich die Basis für mögliche Konzeptionswege zu erhalten.

Als Systemarchitekt und mit Margot als Datenbankspezialistin stellten wir in ca. 180 Arbeitsstunden ein auf unsere speziellen Bedürfnisse zugeschnittenes Datenkopplungs- und -Konvertierungssystem her, das unseren Verein nun nach der Fertigstellung in die Lage versetzt, die Vereinsschießabende wieder in der gewohnten Art und Weise auszutragen, vielleicht sogar noch ein wenig schneller, als früher, da nun keine Ergebnisstreifen mittels Ringlesemaschine mehr eingelesen werden müssen, sowie die Einlagenverbuchung jetzt ebenfalls automatisch im Hintergrund erledigt wird.

Die Grundidee besteht darin, dass auf dem Linux-Basis-System von Meyton eine virtuelle Maschine (Virtual Box) mit der WM-Shot-Software unter Windows beigestellt wird (s. Bild 1). Diese beiden Betriebssysteme werden so über ein virtuelles Netzwerk gekoppelt, dass auch dann eine Extern-Adressierung des Datenbank-Servers möglich ist, wenn das lokale Meyton System nicht im "Server Mode", sondern im "Extended Client Mode" betrieben wird. Der Netzwerkdrucker wird unter Windows ebenfalls angebunden, um die WM-Shot-Ergebnislisten ohne Umwege direkt ausdrucken zu können. Zur Datenbankanbindung an die entfernten MySQL DBMS sind unter Windows entsprechende MySql-ODBC-Konnektoren zu istallieren und die zugehörigen System DSNs einzurichten.

   

Bild 2: Meyton2WMshot_DataTransfer

Mithilfe einer ausführlichen Analyse der Schema- und Strukturdaten der beteiligten Datenbanksysteme von Meyton (SMDB und SSMDB) einerseits und WM-Shot, bzw. WM-RWK andererseits, sowie der Ablagestrukturen und Verwaltungs-Konventionen der Trefferdaten auf Filesystem-Ebene war es letztendlich möglich, ein entsprechendes DB-Transfer-System auf MS-Access-Basis zu entwickeln
(s. Bild 2).

Hiermit werden nun die Verwaltungsinformationen aus WM-Shot und Meyton korreliert und somit die Trefferdaten jedes Schützen identifiziert. Nach einer Format-Konvertierung werden die aufbereiteten Trefferdaten (Teiler / Serien / Geometriedaten / etc.) in einem Rutsch in die ausgewählte WM-Shot-Wettkampfdatenbank geschrieben. Aus den Trefferdaten werden außerdem noch die Einlagengebühren auf Basis der jeweiligen Disziplinen und Wettkämpfe berechnet und in der Einlagenkasse verbucht.

15.02.2013  Datenkonvertierungs-Projekt für Schützendatenbanken: Teil 2

   

Bild 3: Meyton2WMRWK_DataTransfer

In einem zweiten Schritt haben wir nun auch noch ein analoges Daten-Transfer-Programm für Gau-Runden-Wettkämpfe zur Anbindung an das bestehende Verwaltungsprogramm WM-RWK mit seiner komplett eigenständigen Datenbankstruktur hergestellt, sodass auch hier nun eine vollständige Ergebnisliste mit entsprechenden Beschriftungen inklusive aller Ersatzschützen ohne Wertungen angefertigt werden kann (s. Bild 3).

Ausblick

Einzige Erschwernis ist momentan, dass die jeweilige Klasseneinstufung eines Schützen, so wie sie in WM-Shot hinterlegt ist, nicht in Meyton abbildbar und damit auch dem Bedienpersonal nicht mehr ohne manuelle Umwege zugänglich ist. Somit muss die zu kassierende Einlagengebühr für jeden Schützen umständlich ermittelt werden. Hierfür wird künftig jedoch eine kleine App beigestellt werden, die auf einfache Art und Weise die Ermittlung des Gesamtbetrages übernehmen wird.


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